Die polnische Familie lebt in der Ringkøbing-Skjern Kommune

Polnische Familie: ”Zu Hause” ist jetzt Westjütland

Die Ringkøbing-Skjern Kommune eignet sich für Kinder und Erwachsene

Die Natur und viele Möglichkeiten für Kinder gaben den Ausschlag

Das Wichtigste bei der Wahl der Ringkøbing Skjern Kommune in Dänemark als Wohnort, sind die guten Bedingungen für Kinder und die schöne Natur, heben Iwona Czerwinska, 37 Jahre, und Jarek Lewandowski, 42, hervor, wenn sie über ihre Wahl des Wohnortes reden. Iwona und Jarek wohnen seit zwei Jahren zusammen mit ihrem gemeinsamen Sohn Diego, 6, und Jareks Kindern Manuel, 12, und Karolina, 7, in Finderup.

”Die Kindergärten und Schulen sind wirklich gut. Sie tun viel dafür, dass die Kinder sich gut entwickeln. Die Kinder arbeiten unter anderem mit Holz und kochen zusammen, auch wenn es manchmal etwas gefährlich ist, dass sie mit Messern hantieren. Ausserdem kommen sie sehr viel raus in die Natur und das bei jedem Wetter. Das ist so gesund für die Kinder”, sagt Iwona.

”Die Kinder freuen sich, dass sie hier zur Schule gehen. Sie lernen jede Menge, haben Spaß dabei und haben viele gute Freund gefunden. Manuel hatte in seiner polnischen Schule einige Probleme, da diese sehr autoritär aufgebaut sind und man sehr viel zu Hause nacharbeiten muss. Er hatte fast immer Bauchschmerzen, wenn er zur Schule sollte und wurde von seinen Mitschülern gemobbt. Jetzt ist er einfach froh in die Schule zu gehen. Er hat Dänisch gelernt und hat einige gute Freunde, mit denen er in der Schule und in seiner Freizeit Zeit verbringt”, erzählt Iwona und auch Jarek meint, dass das Schulsystem in Dänemark viel besser ist. Obwohl der Schulbesuch in Polen gratis ist, gibt es trotzdem laufend einige Ausgaben, die durch die schulpflichtigen Kinder entstehen. Diese gibt es hier nicht.

Manuel geht in die Kirkeskole in Skjern und die beiden jüngeren gehen in die Schule und die SFO im Nachbarort Rækker Mølle. Die beiden sind auch sehr glücklich in der Schule. Karoline hat sich gut zurechtgefunden und Diego findet alles spannend, seit er im Sommer in der 0. Klasse angefangen hat.

 

Foto: Ralf Andersen

 

Arbeiten um in der Freizeit gut leben zu können

”Aber das Beste ist, dass man hier auch gut leben kann, man arbeitet und arbeitet nicht nur, sondern arbeitet um in der Freizeit gut leben zu können.” Sagt Iwona und Jarek stimmt ihr zu. Er kam hier nach Dänemark um zu arbeiten, da er als selbstständiger Automechaniker mit Baufirma bis jetzt immer nur gearbeitet hat und es trotzdem mehr schlecht als recht zum Leben reichte. Außerdem hatte er keine Freizeit.”

Jetzt genießen beide, dass sie unter der Woche Zeit für Freizeitaktivitäten mit den Kindern haben und an den Wochenende Ausflüge unternehmen können. Dienstags und donnerstags gehen Karolina und Diego zum Judo und Manuel spielt dreimal in der Woche Fußball. Am Wochenende sind dann oft Fußballturniere.

 

Foto: Ralf Andersen

 

”Samstags sind wir meistens mit Putzen und Aufräumen beschäftigt, bei einer fünfköpfigen Familie gibt es ja genug zu tun. Aber am Sonntag unternehmen wir immer etwas zusammen, wir gehen schwimmen, machen einen Waldspaziergang oder machen einen Ausflug nach Hvide Sande“ erzählt Iwona. ”Wir genießen es in der Natur unterwegs zu sein und unser großer Traum ist ein eigenes Haus auf dem Land. Toll wäre ein Haus hier in der Nähe von Finderup mit Platz für einen Hund, Hühner und Gemüse im Garten” fügt sie hinzu und Jarek nickt zustimmend.

 

Flexibilität und digitaler Bürgerservice

Beide haben früher in anderen Ländern gearbeitet und sind sich einig, in Dänemark ist es am besten.

Iwona hat vier Jahre in Italien gearbeitet, bevor sie nach einer Krankmeldung, die sie in Polen verbrachte, 2004 nach Tarm zog. Eine Freundin überredete sie in Bechs Hotel zu kommen. Eigentlich sollte sie hier Urlaub machen aber dann wurde ihr Arbeit im Hotel angeboten und dort blieb sie für vier Jahre. Danach, nachdem ihr Dänisch besser wurde, hatte sie verschiedene Jobs als Produktionsassistentin in Firmen, die mit polnischen Handwerkern zusammenarbeiten.

Die letzten Jahre hat Iwona bei Total Wind in Esbjerg gearbeitet. Hier schätzt sie die Flexibilität am Arbeitsplatz. Hin und wieder arbeitet sie auch in der Filiale in Brande und hat ansonsten ein Gleitzeitmodell. Das heisst, kommt sie an einem Tag früher zur Arbeit, dann kann sie an anderen Tagen, an denen sie zum Beispiel etwas mit den Kindern unternehmen will, früher gehen.

 

Foto: Ralf Andersen

 

”Alles ist auch viel einfacher hier in Dänemark. Wir können fast alles über das Telefon oder den Computer erledigen, sei es nun eine Steuerangelegenheit oder etwas bezüglich des Kindergeldes”, sagt Iwona, die vom digitalen Bürgerservice in Dänemark begeistert ist.

”Man muss sich nicht extra frei nehmen um in die Behörden zu laufen, nur um dort die meiste Zeit mit warten zu verbringen und dann oft auf unfreundliches Personal zu treffen. Egal wo man hier Kontakt zu Mitarbeitern der Behörden hat, so sind diese positiv eingestellt und man fühlt sich gut betreut. Man fühlt sich nicht wie eine Belastung. Ganz im Gegenteil, man hat Vertrauen zu ihnen”, sagt Iwona und hebt auch noch mal das dänische Gesundheitssystem hervor. Hier lebt man viel gesünder, da die Kinder nicht nur mit Medizin vollgestopft werden.

Als die Geburt von Diego anstand fuhr sie nach Polen und seitdem hat sie genug von den polnischen Ärzten. Diego ging es nicht gut und er bekam jede Menge Medizin, auch als sie nach einem halben Jahr die Klinik verlassen konnten. Sie kam mit ihm schnell zurück nach Dänemark, wo die Medizin schrittweise abgesetzt wurde und jetzt ist er komplett gesund.

 

Pendelten einige Jahre nach Polen

Jarek hat als Bauarbeiter und Mechaniker in Spanien und Deutschland gearbeitet, bevor er sich in Polen selbstständig machte. Als Ihn ein Freund 2007 mit nach Dänemark zum Arbeiten nahm, verkaufte er seine Firma in Polen. Er arbeitete dann einige Jahre als Schweisser und pendelte 1200 km nach Hause, nach Polen. Manchmal hatte Jarek nach drei Wochen Arbeit eine Woche zuhause bei seiner Familie, manchmal fuhr er hin und zurück mit nur einigen Tagen zwischen den Fahrten. Seine damalige Partnerin wollte nicht mit Karolina und Manuel nach Dänemark ziehen, als Jarek eine feste Arbeit in Vejle bekam. Einige Zeit später hatte er einen Unfall, bei dem er seinen Fuss beschädigte. Er lag längere Zeit im Krankenhaus und hatte mehrere Operationen. Während dieser Zeit im Jahr 2010 traf er Iwona. Das Resultat war Diego, der vor sechs Jahren geboren wurde.

Die beiden waren sich jedoch einig, dass Jarek erstmal versuchen sollte seine Familienverhältnisse in Polen zu ordnen. Dies funktionierte jedoch nicht so gut. Seine damalige Freundin war sehr krank und in der Zeit, in der sie im Krankenhaus lag musste er die Kinder alleine versorgen. Etwa vor zwei Jahren endete die Beziehung zu der Mutter von Karolina und Manuel und Jarek zog zurück zu Iwona nach Dänemark. Kurz danach konnte er seine beiden Kinder aus Polen nach Dänemark holen, da es in Polen keinen gab, der sich um die Beiden kümmern konnte. Die Kinder haben sich über den Umzug gefreut und finden sich in Finderup gut zurecht, außerdem freuen sie sich ihren kleinen Bruder bei sich zu haben.

 

Foto: Ralf Andersen

 

Gutes Steuersystem und schöne Natur

Wenn Jarek herausstellen soll, was das Beste am Leben und Arbeiten in Dänemark ist, dann meint er, dass die Lebensbedingungen generell in Dänemark besser sind, als in Polen, Spanien oder Deutschland.

”Die Autos sind ganz bestimmt viel zu teuer, aber dafür kann man jederzeit Arbeit finden, wenn man welche sucht und das soziale Sicherheitsnetz ist da, wenn mal etwas schiefgeht. Außerdem liebe ich die dänische ”Hygge”.”

Jarek spricht noch nicht so gut dänisch, ist aber dabei dies zu lernen, damit er mit seinen Kindern mithalten kann, die schon fließend Dänisch sprechen. Er versteht jedoch das Meiste, daher weiß Jarek auch negatives über die Dänen zu berichten. Er hat erlebt, dass einige Dänen sehr arrogant gegenüber polnischen Arbeitern sind. ”Sie reden schlecht über uns und schauen auf uns herab.” sagt Jarek, der immer offen seine Meinung sagt. Dies hat ihn sogar schon einen Job gekostet. Seit einiger Zeit arbeitet er jetzt für eine Zeitarbeitsfirma und hat schon an verschiedenen Stellen gearbeitet. Die Arbeit ist abwechslungsreich und er macht sie sehr gerne.

 

Foto: Ralf Andersen

 

”Zu Hause” ist jetzt Westjütland

Iwona vermisst manchmal Polen. ”Aber dann rufe ich einfach meine Mutter an und wenn wir ein wenig geredet haben und ich höre wie es ihnen geht, dann verschwindet das Verlangen. Was niemals verschwindet ist die Sehnsucht nach der Natur ihrer Heimat. ”Wo ich herkomme gibt es eine besonders schöne Natur.” sagt Iwona, die jetzt Westjütland als ihr zu Hause betrachtet.

”Am Anfang dachte ich immer, dass ich nach Hause nach Polen möchte, aber bin ich jetzt in Polen, freue ich mich darauf hierher nach Hause zu kommen.” sagt Iwona und ergänzt, dass ihr Bruder auch hierher zum Arbeiten kommt.

 

Foto: Ralf Andersen 

 

Fakten:

Finderup ist ein kleiner Ort mit ca. 100 Einwohnern mitten in der Ringkøbing-Skjern Kommune, die geografisch größte Kommune Dänemarks. Die Kommune hat ca. 57.000 Einwohner, 4.600 davon ausländische Mitbürger mit 99 verschiedenen Nationalitäten.

Die Arbeitslosigkeit in der Kommune ist gering und es fehlen qualifizierte Mitarbeiter im Bereich Landwirtschaft und in großen Industrieunternehmen.

Weitere Informationen auf Deutsch und Englisch über das Leben und Arbeiten in der größten Kommune Dänemarks, Ringkøbing-Skjern, findet man auf www.flytmodvest.dk

 

Ioana und Sorin

 

Alle haben uns sehr freundlich willkommen geheißen

„Wir lieben unser Land Rumänien, aber jetzt mögen wir auch Dänemark sehr, und es ist jetzt unser Zuhause geworden“, sagt der 37-jährige Sorin Ungureanu, der sich mit seiner Frau Ioana und ihren beiden Kindern so gut eingelebt haben, dass sie im Herbst 2017 ihr Traumhaus in Borris gekauft haben. Borris ist ein Dorf mit ca. 800 Einwohnern. 

„Wir wohnen hier seit 2011 und unsere Kinder sind – so wie wir Erwachsene allmählich auch – in der örtlichen Gemeinschaft voll integriert. Die Einwohner des Dorfes haben uns sehr freundlich willkommen geheißen. Alle sind bereit, uns zu helfen, und wir wohnen hier sehr gern“, sagt Sorin und lächelt seinen dänischen Freund, Erling Søndergaard, zu. Er hat der Familie mit dem Kauf des Hauses geholfen und nimmt als Freund der Familie am Gespräch darüber teil, warum Sorin und Ioana nach Dänemark kamen, und wie sie sich als ausländische Familie in der Ringkøbing-Skjern Kommune befinden.

„Wir haben euch auch gern. Wir spüren ja, dass ihr gern hier lebt, und ihr habt auch selbst viel dafür getan, ein Teil der Gemeinschaft zu werden“, betont Erling und weist darauf hin, dass Sorin u.a. eine Turngruppe für Väter mit Kindern und eine Tischtennismannschaft geleitet hat.

Ioana und Sorin - Lesen Sie die ganze Geschichte hier

 

Johanna und Malte

 

Deutsche Familie zog von Berlin nach Hvide Sande

Die Nordsee - ein guter Lohn – rechtzeitig ausbezahlt – und gute Arbeitsbedingungen, mit Platz für ein Familienleben mit Kindern. Dies sind die großen Vorzüge, die das deutsche Ehepaar Malte und Johanna Mayrberger bei der Beschreibung ihres Umzugs von der Grossstadt Berlin in den kleinen Hafenort Hvide Sande hervorheben. Dazu kommen die Möglichkeit, ein eigenes Haus zu kaufen, und dass die Leute hier sehr nett und freundlich sind.

„In Deutschland hätten wir nicht so einfach ein Haus kaufen können. Da muss man über die Hälfte der Kaufsumme bar haben, um für den Rest ein Darlehen aufnehmen zu können. Trotzdem ist es dann noch sehr schwierig und teilweise sogar unmöglich, ein Darlehen zu bekommen“, sagt Malte, und Johanna fügt hinzu:

„Auf jedem Fall hätten wir uns nicht noch ein Kind, Freizeitaktivitäten, ein Auto und jährliche Ferienreisen leisten können“.

Malte und Johanna sind am 1. November vor neun Jahren nach Hvide Sande gezogen und sind schon voll integriert. Beide sprechen fließend Dänisch, genau wie ihre fünfjährige Tochter Rea. Sie spricht auch fließend Deutsch.

Johanne und Malte - Lesen Sie die ganze Geschichte hier